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Wissen geht über Leichen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie heissen Hippokrates, Galen und Vesal. Als clevere und mutige Ärzte haben sie Geschichte geschrieben.

Die grössten Ärzte der Antike waren zweifellos Hippocrates und Galen. Ihr fragt euch jetzt sicher, wer die beiden waren und was sie so wichtig macht. Wir fangen am besten bei Hippocrates an. Er betrachtete die Krankheiten als erster von einem wissenschaftlichen Standpunkt.

Hippocrates dachte nicht mehr, dass böse Dämonen oder verärgerte Götter der Grund für Krankheiten waren, sondern natürliche, fassbare Ursachen. Und wenn es eine natürliche, fassbare Ursache gab, gab es auch einen natürlichen Weg, die Krankheit zu bekämpfen.

Als Hippocrates dann alt genug war, verliess er der Sitte gemäss seine Heimat und zog als Wanderarzt von Stadt zu Stadt, um seine Kunst zur Verfügung zu stellen und Erfahrungen zu sammeln. Bis nach Ägypten soll er gewandert sein und dort drei Jahre verbracht haben, um die ägyptische Medizin kennenzulernen. Dann ging er nach Kos zurück, seine Heimatinsel, und baute seine eigene einflussreiche Schule der Medizin auf.

Seine Schüler die «Hippokratiker» gingen davon aus, das es vier Körpersäfte gebe: Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle. Deren Mischung entscheide, ob ein Mensch gesund oder krank sei. Wenn sich die Säfte im Gleichgewicht halten, ist der Mensch gesund. Wenn ein Ungleichgewicht auftaucht, wird der Mensch krank.

Doch wenden wir uns Galen zu. Galen der zweite grosse Arzt der Antike, stammte aus Pergamon in Asien. Er sezierte Affen und Bären, um herauszufinden, wo im Körper sich die Organe befinden und wie sie gebaut waren. Was er in den Tierkörpern entdeckte, übertrug er auf den Menschen. Was allerdings nicht immer richtig war.

Später wurde es üblich, anatomische Forschung an Leichen zu machen. Erst dann gelang es Gelehrten wie Vesal oder Harvey den bis dahin unangefochtenen Galen zu entthronen.

Und bei Vesal wollen wir auch weitermachen. Er wurde als Andries van Wessel am 31. Dezember 1514 in Brüssel geboren. Vermutlich war ihm sein Name zu lang, denn später nannte er sich Andreas Vesalius oder kurz Vesal. Er stammte aus einer Familie von Ärzten und Apothekern. Bereits mit 14 Jahren begann er, Medizin zu studieren.

Schon mit 23 Jahren wurde er Professor für Chirurgie und Anatomie an einer Universität von Venedig tätig. Dort begann er, Leichen selber auseinander zu nehmen. Dass fanden seine Kollegen recht ungewöhnlich, denn sie pflegten auf das Lehrbuch des grossen Lehrers Galen zu bauen. Das hatte man Jahrhunderte getan. Vesal versuchte nun eine Art niederer Chirurgie, die die Lehren Galens am geöffneten Leichnam belegen sollten.

Vesal hatte schon in seiner Studienzeit Fehler entdeckt und gemerkt, das auch der grosse Galen nicht unfehlbar gewesen war. Insgesamt entdeckte er 200 Fehler, denn Galen hatte ja Tierkadaver seziert und seine Funde auf den Menschen übertragen. Zum Beispiel: In der Herzscheidewand konnte er keine der von Galen beschriebenen Poren finden, im Herz keine Knöchelchen, die Gebärmutter hatte keine sieben Kammern, der Kiefer war nicht zweigeteilt.

Vesal hatte es entsprechend schwer, seine Vorgesetzten zu überzeugen. Selbst seine eigenen Lehrer nannten ihn einen Verrückten. Aber er verteidigte sich geschickt, indem er behauptete, der menschliche Körper hätte sich seit Galens Zeit eben verändert.

Unbeirrt davon veröffentlichte er 1543 sein Hauptwerk Sieben Bücher über den Aufbau des menschlichen Körpers. Es war das erste vollständige und mustergültige und mit Holzschnitten illustrierte Lehrbuch der Anatomie. Vesals Buch setzte sich trotz aller Widerstände noch zu seinen Lebzeiten durch.

Text: Aaron

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